Über das Ruhebedürfnis von Hunden, Stress und die Folgen

Die Idee einen Artikel über das Ruhebedürfnis von Hunden zu schreiben ist entstanden, da mich im Zusammenhang mit Leroys Kreuzbandriss mehrere Personen unabhängig von einander angesprochen haben, ob Leroy und Melody mir nun nicht die Bude auseinander nehmen würden. Diese Frage ist berechtigt, denn wenn es um das Wohlergehen des besten Freundes des Menschen geht, wird auf die Frage was der Hund denn am meisten benötigt, oft geantwortet, dass er körperlich ausgelastet sein muss. Das müsste für uns ja jetzt bedeuten, dass meine Hunde nun unendlich leiden und für mich müsste es die Hölle auf Erden sein.

Für alle, deren Hunde bisher von einem Kreuzbandriss verschont geblieben sind, möchte ich kurz erläutern, dass, ein Kreuzbandriss bei einem über 10kg schweren, aktiven Hund, immer eine Operation und infolge dieser eine Rekonvaleszenzzeit von 12 Wochen bedeutet. Diese Zeit ist geprägt von Leinenzwang und ziehen dürfen die Hunde dann an der Leine optimaler Weise auch nicht. Treppen sind tabu und wenn, sollten die Hinterbeine unterstützend angehoben werden. Die gemeinsamen Spaziergänge belaufen sich in der ersten Woche auf 3x 5 Minuten und wenn der Heilungsprozess ganz optimal läuft, können die Gassigänge dann pro Woche um 5 Minuten gesteigert werden. Nach 6 Wochen, also der Hälfte der Zeit, dürfen die Hunde dann wieder 3x 30 Minuten an der Leine spazieren gehen.

Dieses Resümee liest sich vollkommen fürchterlich im Hinblick auf meinen momentanen Alltag mit Leroy und Melody. Wir drei gehen damit aber total relaxed um und ich möchte euch nachfolgende erklären wieso.

Zu der Zeit als nur Leroy bei mir wohnte, habe ich über einen recht langen Zeitraum die Ansicht vertreten, dass Hunde körperlich ausgepowert werden müssen, um glücklich zu sein. Mindestens ein Mal am Tag körperlich auspowern, sonst ist der Hund nicht glücklich, so wird es uns von vielen Seiten suggeriert. Mittlerweile wird ja auch irre viel angeboten von diversen Hundeschulen. Über Agility, Mantrailing, Dogdance usw. ist alles im Programm.

Der Tag von vielen Hunden ist durchgeplant wie das Leben eines Kindes, dessen Eltern das Ziel haben, dass es Klassenbester wird.

Lange Zeit hatte ich bei Leroy auch das Gefühl, dass er sich damit gut fühlt. Er hatte schließlich auch wenig in seinem Leben erlebt und das wollte ich nun aufholen. Mindestens ein Mal täglich zu powern war für uns Pflicht. Dazu kam dann noch Mantrailing 1x pro Woche, Unterordnung und das Spiel mit Artgenossen 4x pro Woche. Letztendlich hatten wir von 7 Tagen einen Ruhetag an dem ich dann lediglich die Unterordnung während des Spaziergangs übte. Ich fand es immer gut, wenn Leroy am Abend einfach nur noch in sein Bett fiel, weil er unendlich viel getan hatte, ob nun mental oder körperlich. Ich möchte nicht sagen, dass alles schlecht war. Nein, so war es gewiss nicht. Das Mantrailing hatte seinen Sinn. Leroy sollte etwas die Scheu von Fremden ablegen und Selbstbewusstsein tanken. Durch das Spiel im Rudel und unseren gemeinsamen Spaziergänge hat er sehr viel Soziales gelernt.

Das Problem bei uns war, dass wir keinen Kurs gebucht hatten „Ruheübungen“.

Erst als Melody dann einzog und mir die Hölle auf Erden während ihrer Pubertät bereitete, heute möchte ich sagen zurecht, hatte ich fast genug gelitten, um einen komplett neuen Weg einzuschlagen. Dazu muss ich ehrlicherweise sagen, dass Leroy zu diesem Zeitpunkt auch schon lange unausgeglichen war und erst als er dann in der Hundeschule mit einem Rüden mehrmals aneckte, begriff ich so langsam, aber auch noch nicht richtig, was da am laufen war. Wäre Melody parallel aber nicht so penetrant gewesen und hätte die Patella (Kniescheibe) Operation uns nicht auch noch zwangsgestoppt, hätte ich es wohlmöglich nie begriffen.

Manchmal benötigen Menschen nun mal mehrere Hinweise und teils wohl eher mit einem Vorschlaghammer.

Das Schlafbedürfnis war für die Menschen schon immer ein sehr spannender Forschungsbereich, wenn zum Teil auch mit echt perversen Experimenten, wie ihr später noch erfahren werdet. Eigentlich haben wir schnell begriffen, was Schlafmangel anrichten kann.

Im Zentrum von Schlafmangel stehen besonders Stress und ÜBER-Forderung. Beides verursacht, wenn es nicht geändert wird, eine körperliche Schwächung. Wir kennen das Gefühl und die Folgen aus unserem eigenen Leben, wenn wir uns müde und abgespannt fühlen. Wenn wir auf unseren Körper hören, vermindern wir den Stress oder aber unser Körper drückt selbst den Not-Aus und wir werden krank. Dauerhafter Stress schwächt unser Immunsystem. Die Folgen eines geschwächten Immunsystems sind mannigfaltig über Hauterkrankungen, Allergien oder sogar Krebs.

„Welche konkreten gesundheitlichen Konsequenzen können sich ergeben, wenn sich Stresshormone wie Cortisol über längere Zeit mit dem Abwehr- und Immunsystem des Körpers ins Gehege kommen und dieses blockieren?
Die wichtigste Auswirkungscheint die Fähigkeit des Körpers zu betreffen, Tumorzellen abzutöten, d.h. Tumorerkrankungen abzuwehren.
Ein erhöhtes Risiko für bestimmte Tumoren durch die Depression, wie es sich aufgrund wissenschaftlicher Studien tatsächlich belegen lässt (siehe unten), ergibt sich aus folgenden Umständen:
Eine der Hauptursachen für eine verminderte Tumorabwehr bei chronischem Stress und Depression dürfte in der bis zu 50-prozentigen Verminderung der Anzahl und Funktionstüchtigkeit der Natural-Killer-Zellen*** liegen, die innerhalb des Immunsystems eine einzigartige Spezialtruppe zur Bekämpfung von Tumorzellen darstellen.“
Quelle, Buch: Das Gedächtnis des Körpers, Seite 183 **

Ich finde es nur logisch, dass auch unsere Hunde ähnlich reagieren. Die Wissenschaft legt des Ruhebedürfnis von erwachsenen Hunden täglich mit 17-20 Stunden fest und für Welpen, Senioren und Kranke gelten 20-22 Stunden. Hierzu zählt auch dösen und gemeinsames herumhängen.

Wie viel Zeit bleibt am Tag denn dann für Aktivität? Es sind etwa 4 Stunden!

Der Tag hat 24 Stunden und der Hund sollte 20 Stunden davon schlafen, dösen oder ruhen, um dauerhaft gesund zu bleiben. Machen wir eine einfache Rechnung: 2x 60min, 1x 30min Gassigehen bedeuten 2,5 Std Beschäftigung, die nun schon nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir haben noch 1,5 Std Zeit, die wir verplanen können.

Aber wir sollten beachten, dass auch Fressen, Autofahren, der ganz normale Alltagsstress hinzu gerechnet werden sollte.

Überlegt einmal selbst! Da kommen noch einige Minuten hinzu in denen euer Hund im Wachmodus ist. Zum Alltagsstress zählt das ganz normale „Kommen und Gehen von Personen“, spielende Kinder (sofern ihr welche habt), euer Büro betretende Mitarbeiter, Besucher, der Postbote usw….alles worauf euer Hund RE-agiert.

Hunde, die es nicht gelernt haben, bleiben im Wachmodus!

Ruhe wird erlernt.

Da unser Hund nicht über seinen Tag entscheiden kann, tragen wir die Verantwortung dafür es ihm zu ermöglichen.

Die Studienergebnisse eines Experiments zur Unterschreitung des Ruhebedürfnisses bei Menschen, welches zunächst an Mäusen, dann an Hunden und zuletzt an Menschen erfolgte unterteilt sich in mehrere Stadien:

Schlafentzug nach Stadium 1 bis 5:
1. Die Hunde reagieren überdreht.
2. Die Hunde sind unkonzentriert, grobmotorisch und fahrig.
3. Die Hunde sind nervös und schnell reizbar.
4. Die Hunde sind aggressiv und kränklich.
5. Die Hunde erkranken schwer oder werden chronisch krank.

Für mich sind diese Folgen von Schlafentzug absolut nachvollziehbar.

Das Schlafentzug sogar tödlich sein kann, zeigte ein Versuch von dem Wissenschaftler Allan Rechtschaffen. Seine Studie zum Thema Schlafentzug zeigt auf eine perfide Art und Weise die Folgen auf. Allan Rechtschaffen* von der University of Chicago wollte beweisen, dass kontinuierlicher Schlafentzug tödlich sein kann und setzte Ratten, unter Absturzgefahr, auf eine rotierende Scheibe über einem Wasserbecken. Sie mussten ständig balancieren und wurden ständig geweckt, sobald sie einschliefen. Das wurde anhand ihrer Gehirnwellen kontinuierlich überwacht. Sie starben innerhalb von 7 Tagen.

Das Experiment war grausam, darüber müssen wir an dieser Stelle nicht diskutieren. Aber ich möchte abschließend noch einmal dazu anzuregen darüber nachzudenken wie viel Ruhe wir unseren Hunden denn überhaupt gewähren….

…Wie oft kommt es denn bei uns vor, dass unser Hund auf einem Katapult steht und quasi schon darauf wartet wieder einmal abgeschossen zu werden?! Ihr meint, das passiert bei euch nicht? Ich glaube schon…

…Wie oft passiert es uns denn, dass unser Hund aus seinem Körbchen aufsteht und sich vor uns setzt, während wir vielleicht in der dritten Stunde im Internet surfen? Wie oft nehmen wir daraufhin sein Spieltau in die Hand und werfen es durch den Raum, weil unser Hund ja Aufmerksamkeit möchte?!

Kann es wirklich sein, dass wir Hunden nur durch wilde Bewegung gerecht werden können?

Wieso stehen wir nicht auf, lassen Internet Internet sein, um uns zu unserem Hund auf den Boden zu setzen und einfach mal gemeinsame Zeit zu genießen? Oder wieso nehmen wir nicht unseren Hund und setzen uns mit einer Decke in den Garten und massieren oder bürsten ihn einmal ausgiebig für einige Minuten? Wir können aber auch unsere Zeit gemeinsam genießen bei einem ruhigen Kurzspaziergang. Meine Betonung liegt hier ganz klar auf dem Wort GEMEINSAM. Ich meine an dieser Stelle keineswegs Spaziergänge bei denen der Hund 2 Meter vor uns spazieren geht. Wir könnten für uns und unseren Hund sogar etwas zu essen mitnehmen uns gemeinsam irgendwo setzen und einfach nur verweilen …

Es gibt so viele Ideen und eigentlich brauchen wir davon gar nicht so viele um unsere Hund auch anders glücklich zu machen als ihn tagtäglich via hitzigem Tobespiel zu powern wie einen Duracellhasen. Meine Erfahrung ist da wirklich, dass Hunde sehr schnell einen ruhigen Alltag gerne annehmen, wenn denn auch der Hundehalter da aus tiefstem Herzen dahinter steht.

Wie heißt es in einem Sprichwort so schön IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT.

Wie sind denn eure Erfahrungen? Wie ist eure Meinung dazu?
Teilt sie doch gerne mit uns.

*Institute for Laboratory Animal Research [ILAR], National Research Council (Hrsg.): Guidelines for the Care and Use of Mammals in Neuroscience and Behavioral Research. The National Academies Press, 2003, ISBN 978-0-309-08903-6, S. 121 (englisch, nap.edu): Sleep deprivation of over 7 days with the disk-over-water system results in the development of ulcerative skin lesions, hyperphagia, loss of body mass, hypothermia, and eventually septicemia and death in rats (Everson, 1995; Rechtschaffen et al., 1983)

**Das Gedächtnis des Körpers: Der 1951 geborene Joachim Bauer ist seit vielen Jahren in der molekular- und neurobiologischen Spitzenforschung tätig, unter anderem am Mount Sinai Medical Center in New York. Der in Psychoneuroimmunologie und Psychiatrie doppelt habilitierte Arzt und Wissenschaftler fasziniert durch seine populärwissenschaftlichen, gut verständlichen Buchveröffentlichungen auch ein breites, psychologisch interessiertes Publikum. „Das Gedächtnis der Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern“ erschien 2002, „Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone“ im Jahr 2005. Der vielfach ausgezeichnete Forscher arbeitet heute als Universitätsprofessor in der Abteilung für Psychosomatische Medizin am Uniklinikum Freiburg.

***[Natural-Killer-Zellen: Pschyrembel, klinisches Wörterbuch= „die natürlich vorhanden und nicht das Resultat einer Immunantwort sind“]

Der Albtraum eines jeden Hundehalters

Es ist wohl einer der Albträume eines jeden Hundehalters, der mir letzten Dienstag widerfahren ist. Der eigene Hund, in meinem Fall Leroy, kommt nach einem Sprint im Freilauf auf einen hinzugelaufen und belastet ein Beinchen nicht mehr. In unserem Fall war es das linke Hinterbein. In der Hoffnung, dass sich im Ballen lediglich ein Dorn befindet, Splitt oder ein Stück Glas von irgendeinem Idioten, der eine Glasflasche zerschlagen hat, habe ich also seine Pfote angehoben und unter diese geschaut. Leider habe ich auch nach mehrmaligem Hinsehen und Fühlen weder etwas sehen noch ertasten können, so dass sich schon einmal das erste ungute Gefühl in meiner Magengrube meldete.

Ich kenne sowohl die Anzeichen einer Patella Luxation, denn Leroy wurde erst vor circa zwei Jahren an der Kniescheibe operiert, als auch mögliche Anzeichen eines Kreuzbandrisses. Francis hatte in seinem Leben zwei Kreuzbandrisse, die alle beide in der Tierklinik in Recklinghausen erfolgreich operiert wurden. Nachdem ich Leroy und Melody nach dem ersten Schreck erst einmal beide angeleint hatte, war ich froh, dass Leroy, wenn auch auf drei Beinen, ohne getragen werden zu müssen, den Rückweg meistern konnte.

Tja, und so kamen wir dann nach einigen Minuten im Büro an. Nun wollte ich erst einmal, dass Leroy etwas Ruhe bekommt. Da ich im dritten Jahr klassische Homöopathie mit Schwerpunkt Miasmatik lerne, wählte ich  für Leroy ein passendes homöopathisches Akutmittel aus, da ich noch die Hoffnung hatte, dass er sich lediglich vertreten hatte und legte für mich persönlich fest, parallel noch die Tierklinik aufzusuchen, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten.

Meine Meinung ist nämlich, zu einer begleitenden komplementären Behandlung gehört immer eine eindeutige Diagnose von einem Spezialisten, in unserem Fall von einem Tierarzt für Chirurgie, welcher entsprechende bildgebende Verfahren im Haus hat.

Unser Tierklinikbesuch am nächsten Tag bestätigte leider meine schlimmsten Befürchtungen, einen Kreuzbandriss. Bei einem 26kg schweren, aktiven Hund, gibt es bei dieser Diagnose keine andere Alternative als eine Operation. Diese haben wir dann gleich für den nächsten Tag terminiert, denn Leroy sollte baldmöglichst wieder laufen können. An dieser Stelle kann jeder Hundebesitzer froh sein, der entweder monatlich Geld für seine Tiere zurücklegt oder aber eine Versicherung abgeschlossen hat. Die Operationskosten für eine Kreuzbandoperation TTA belaufen sich etwa auf Höhe eines kleinen, älteren Gebrauchtwagen.

Video: Behandlungsmöglichkeit bei Kreuzbandriss 

Video: Behandlungsmöglichkeit Kreuzbandriss Teil2

Für 8h am nächsten Tag war die Operation angesetzt und diese sollte unseren Tagesplan für die nächsten Wochen grundlegend ändern und ein umdenken erforderlich machen.

Nach einer Kreuzband OP gilt 8 Wochen Leinenpflicht und es herrscht Ziehverbot. Also die beste Zeit um Grundlagen der Leinenführigkeit zu vertiefen, denn wenn der Hund auf seinen Halter achten muss, ist er auch mental beschäftigt.

Unsere Fakten für die Zeit nach der OP:

Für die ersten circa 10 Tage vor dem Ziehen der Fäden darf Leroy 3-4x täglich 5 minütig spazieren gehen. Das heißt natürlich auch, dass er meistens liegen sollte, da er sonst das Bein belastet. In dieser Zeit nutzen wir meistens auch nur den Garten zum Pipi machen. Nach dem Fäden ziehen dürfen wir langsam, je nach Heilungsverlauf, unsere Spaziergänge auf je 15 Minuten 3x täglich ausdehnen.

Für diese Zeit gilt ebenso Leinenpflicht und Ziehverbot. Diese Zeit ist also bestens geeignet um Grundlagen weiter zu vertiefen in der Leinenführigkeit. Natürlich sind während dieser Zeit auch Steigungen tabu und Treppen darf Leroy nur mit Unterstützung laufen. Die Unterstützung sieht dabei so aus, dass ich ein Handtuch im Bereich seiner Hinterbeine, unterhalb das Bauches hindurch führe und somit Leroy anhebe, um das frisch operierte Bein beim Treppensteigen zu entlasten.

14 Tage nach der OP erfolgt die Kontrolle durch den Operateur, in unserem Fall Herrn Menzel, und das Training auf dem Unterwasserlaufband beginnt in der Physiotherapie. Da Leroy gut bemuskelt ist, wird er vermutlich ziemlich schnell Fortschritte machen und nach circa einem Monat dann täglich die Spaziergänge um weitere 5 Minuten steigern können. Einen weiteren Monat später erfolgt dann die abschließende Röntgenkontrolle.

Tag 2: Verband entfernt

Bisher verläuft bei uns alles widererwartend planmäßig. Es war für mich die vierte Operation, die ich bei einem Hund durch Herrn Menzel habe durchführen lassen. Ich bin sehr zufrieden und Leroy hat die Operation sehr gut verkraftet. Seine anfänglichen leichten Folgen der Narkose habe ich mit einem gut gewählten klassisch homöopathischen Akutmittel innerhalb von wenigen Minuten im Griff gehabt, so dass Leroy in Ruhe zuhause schlafen konnte und sich erholt. Leroy belastet seit dem ersten Tag auch das operierte Bein in einem angemessenen Rahmen. Insofern er langsam läuft, lasse ich es zu, aber beim Treppensteigen hebe ich seine Hinterbeine entsprechend zur Entlastung an.

Nach der Entfernung des Verbands an Tag zwei nach der Operation habe ich ihm dann sein homöopathisches Akutmittel, welches er ganz zu Beginn von mir bekommen hatte, in der so genannten verklepperten Form, erneut verabreicht.

Verkleppern nennt man das Verfahren in dem ein homöopathisches Arzneimittel individuell mit Hilfe eines mit Wasser gefüllten Glases noch einmal angepasst wird. Es entsteht wie bei einer echten Potenzierung ein veränderter Reiz auf den der Körper dann reagiert. Es mag für den einen oder anderen unter euch nicht greifbar sein wie so etwas funktionieren soll. Meine positiven persönlichen Erfahrungen ermuntern mich jedoch tagtäglich diesen Weg weiter zu gehen.

Nach der Wiederholung des Arzneimittels zeigte sich umgehend eine Besserung und seitdem ist Leroy nicht mehr zu stoppen. Seine Genesung schreitet voran. Sein Hämatom entwickelt sich zurück, seine Wunde ist nicht warm und sieht gut aus. Seine Bewegungsfreude ist weiterhin ungebremst und die Belastung seines operierten Beines gut.

Hatte euer Hund auch schon einen Kreuzbandriss? Was habt ihr denn für Erfahrungen gemacht? Verlief alles komplikationslos?

Wir freuen uns auf eure Kommentare.
Eure Leroy und Melody

[miDoggy Parade] Gassigehen – So findet euer Hund es wieder spannend

Im Monat August geben uns Julia und ihre Hündin Lola von miDoggy das Thema vor “Gassigehen – So findet euer Hund es wieder spannend”. Uns interessiert, ob euer Hund beim Gassigehen lieber sein Ding macht, oder ihr zusammen etwas entdeckt. Was tut ihr, damit euer Hund euch beim Gassigehen spannend findet und was bringt eurer Meinung nach gar nichts?

Natürlich können wir etwas zu dieser Thematik sagen, denn wie viele Hundehalter habe auch ich schon Höhen und Tiefen erlebt und diverse Dinge ausprobiert immer mit dem Ziel bestmöglich mit meinen Hunden klar zu kommen. Einfach ist es wahrlich nicht immer, aber meistens liegt es daran, dass wir Menschen dazu neigen uns die Dinge unheimlich kompliziert zu machen. So denke ich mittlerweile auch gar nicht mehr, dass es die eine bestimmte und richtige Form gibt, damit der Spaziergang Hund und Halter gefällt. Ich denke, dass was man als Hundehalter tut muss einfach von Herzen kommen und sich gut anfühlen. Letztendlich bin ich immer am besten damit gefahren, wenn ich ein gutes Bauchgefühl hatte.

Mit guter Basiserziehung zu einem spannenden Spaziergang.

Motivation über Leckerchen
Als Leroy der kleine abgemagerte Rednose Pitbull zu uns kam habe ich zunächst darauf Wert gelegt ihn nicht zu überfordern. Wir haben parallel eine kleine Hundeschule besucht, die mit maximal 8 Hunden trainiert hat und das gelang uns am besten über die Motivation mit Leckerchen. Leroy war bereits damit überfordert einen größeren Stock aufzunehmen und zu tragen. Die Konditionierung über Leckerchen hat uns sehr lange begleitet natürlich ebenso auf den Spaziergängen. Parallel hatten wir allerdings auch das Problem, dass in dieser Hundeschule keinerlei Hundekontakt erwünscht war und die Spaziergänge allein auch nicht für ewig sein sollten.

Spielkameraden suchen und gemeinsam üben
So suchte ich über das Internet einen Spielkameraden für Leroy mit dem wir natürlich auch gemeinsame Spaziergänge unternehmen wollten. Leroy war ein kleiner, etwas zurück gebliebener Junghund, den ich auch behutsam fördern wollte. Wir trafen uns fortan regelmäßig zu viert und ließen unsere beiden Hunde gemeinsam laufen und legten die eine oder andere Übungseinheit ein. Wir ließen die Hunde über Baumstämme klettern oder von einen auf den anderen Findling springen. Somit hatten wir eine Mischung aus Spiel, gemeinsamer Übung und der Förderung der Bindung zwischen Halter und Hund.

Gruppenspaziergänge in der Hundeschule
Bald war Leroy knapp zwei Jahre alt und ich musste mich auch mit dem Wesenstest auseinander setzen und so streckte ich meine Fühler aus und kam durch einen Bekannten zur Hundeschule von Dirk. Hier standen jedes Wochenende für uns von nun ab gemeinsame Gruppenspaziergänge inklusive Übungen mit Hundetrainern auf dem Stundenplan, was uns sehr gut gefiel. Wir genossen diese Zeit mit vielen Hunden im Freilauf durch die Wälder zu streifen und dabei eine Menge zu lernen. Während der Woche war gemeinsame Basisarbeit angesagt im Sinne von Unterordnung. Unser Fleischwurstkonsum war enorm. Nun verbrachten wir unsere Spaziergänge damit „bei Fuß“ zu üben, den Abruf weiter zu verfeinern oder aber auch Elemente aus der Begleithundeprüfung einzubauen. So festigte sich auch unsere Beziehung noch weiter.

Als dann Melody einzog, blieben wir zunächst unserer Spur treu, doch was dem einen Hund gefällt, muss dem anderen Hund nicht auch gefallen.

Die Reißleine ziehen, wenn es so gar nicht klappt
Leroy war begeistert davon in der Hundeschule mit den anderen Hunden wild herum zu rennen. Melody machte das zwar auch mit, aber die Konditionierung über Futter klappte bei ihr als die Pubertät kam überhaupt nicht mehr. Sie nahm während unserer Spaziergänge das Futter und zog danach weiter an der Leine. Ich war stocksauer und hätte gleichzeitig heulen können. Ich zog die Reißleine und landete durch eine Hundefreundin, die meine Probleme bemerkte, bei der Hundeteamschule.

In Kommunikation bleiben
Hierdurch machte ich Erfahrung mit wieder einer anderen Sichtweise des Alltags mit einem Hund. Das Augenmerk lag als Erstes bereits auf dem Anfang unseres Spaziergangs direkt an der Haustür oder aber beim Ausstieg aus dem Auto, d.h. dem Hund eine klare Grenze mittels Körpersprache zu setzen und einem energiereichen „Tsch“ mit oder ohne Berührung. Futter spielte für uns von nun an keine Rolle mehr und wenn, nur noch als gemeinsame Zeit in einer Pause während des Spaziergangs. Nun hatten wir gemeinsam alle Hände voll zu tun bewusst miteinander spazieren zu gehen. Ich musste mir bewusst sein, wo meine gedachte rote Linie ist, die beide nicht zu übertreten hatten. Leroy und Melody hatten jede Menge damit zu tun nun auf mich zu achten. Sie blieben erst einmal an der Leine bis das funktionierte. Als das gut klappte durften beide ohne Leine laufen, durften jedoch wieder nicht die Linie übertreten, jedoch hinten heraus schnuppern in einem gewissen Raum, den ich ihnen zugestand. Mittlerweile gestehe ich beiden den so genannten Freilauf ein, d.h. es gibt keine Begrenzung von mir, sondern die Hunde kommunizieren eigenständig unentwegt mit mir. Wir erleben entspannte Spaziergänge und sind alle drei ausgelastet.

Die Ablehnung, die wir spüren

Es ist manchmal gar nicht so einfach die Fassung zu bewahren, je nachdem in welcher Art und Weise uns jemand entgegen tritt. Manchmal sind wir vielleicht auch nur mit dem falschen Bein aufgestanden oder wurden zum wiederholten Mal mit einem aus dem Ausland billig importierten und kränklichen Staffordshire Terrier – äh, Boxermischling – konfrontiert und stoßen auf Ablehnung wenn wir versuchen die dahinter stehende Problematik zu erklären.

Er wurde uns als Boxermix verkauft. Für einen Mischling bekommt man doch keine Papiere! Darauf legen wir auch gar keinen Wert. So haben wir Geld gespart und nur 150 Euro bezahlt.

Anmerkung: Es sind erst einmal nur 150 Euro, denn, wer sich mit dieser Thematik etwas auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass die Billigwelpen oft krank sind und die Rechnungen für den Tierarzt noch folgen, insofern der Hund überlebt. Und wenn er überlebt, wird irgendwann eine x-beliebige Person auf den Hund aufmerksam und meldet diesen Hund beim Ordnungsamt zur Rassebestimmung. Spätestens dann ist die Kacke am dampfen und der Hund mit einer Pfote im Heim.

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt einfach nur noch tief ein und aus zu atmen. Es ist schwierig solchen renitenten Menschen meine persönliche Sichtweise zu erklären. Natürlich versuche ich es, aber an bestimmten Aussagen erkenne ich dann meistens wo ein aufklärendes Gespräch einfach nur sinnlos ist und energieraubend.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, Aufklärungsarbeit ist wichtig, aber manche Menschen sind (noch) nicht bereit dafür und meiner Erfahrung nach ist eine aggressive Reaktion nicht zielführend.

Auch die ganz normalen Vorurteile an uns Listenhundehalter kommen meist heftig, eben weil es kaum mehr einen Mittelweg gibt. Entweder Staffordshire Terrier und Co werden geliebt oder sie werden gehasst bzw. gefürchtet.

Manchmal frage ich mich aber, ob es nicht bereits so ist, dass wir als Hundehalter gelisteter Hunde zwar noch etwas mehr im Fokus stehen als andere, aber tendenziell die Kluft zwischen Hundeliebhabern und Hundehassern immer größer wird.

Ist die Ablehnung überhaupt noch rassespezifisch und warum ist das so?

Die Gefühle Hass, Liebe und Angst liegen ganz eng beieinander auch im ganz normalen Alltag. Jeder von euch kennt das doch sicherlich, dieses Gefühl zwischen zwei Personen und umso stärker wir uns hineinsteigern, desto stärker wird eben dieses Band, bis es kaum mehr auszuhalten ist. Das Schlimme daran ist, dass eben genau aus dieser Situation auch ein Teufelskreis entsteht. Wiederkehrende Anfeindungen, persönliche Verletzungen und niemand will aufhören, eben weil es sich so wie verlieren anfühlt. Darum geht es doch aber gar nicht! Und das größte Problem dabei ist, dass es am Ende immer nur Verlierer gibt.

So gab es bedauerlicher Weise einen Hundeangriff und ein Passant wurde verletzt. Bei welchem Stichwort reagieren denn die meisten Menschen am heftigsten? Richtig, es ist das Thema Kampfhund. Großer Hund, kräftig, kurzes Fell. Der Buhmann wurde ausgemacht schon vor langer Zeit, nämlich ziemlich genau vor 17 Jahren als der kleine Volkan sterben musste. Das gewollte Fehlverhalten des mehrfach auffällig gewordenen Hundehalters, der seine Auflagen zur Haltung seiner Hunde missachtete und dessen Hunde, ebenfalls Opfer dieses Halters wurden, und Behörden nicht in der Lage waren sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen, die diesem Treiben rechtzeitig ein Ende hätten setzen können. Der Buhmann wurde ausgemacht in den Menschen, die diese wundervollen Hunde halten und gar nichts mit dem genannten Vorfall oder der Szene zu tun haben. So entwickelte sich neben der Angst auch der Hass gegen uns und unsere Hunde.

Die Medien spielen das Spiel natürlich gerne mit, denn nichts ist geiler für sie als im Gespräch zu sein und Schlagzeilen für die dumme Gesellschaft zu erschaffen.

Ich habe mich schon oft gefragt, welcher Charakter für diese Geisteshaltung von Nöten ist derart bedingungslos und meist hysterisch mediale Behauptungen anzunehmen. Ich möchte behaupten, dass unter den meisten Listenhundehassern keinerlei negative Erfahrung im eigenen Leben zugrunde liegt und sie mit den gelisteten Rassen auf keine eigenen Erfahrungen zurückgreifen können. Allerdings ist die Aussage, die dann häufig zu vernehmen ist, die, dass sie das auch auf keinen Fall austesten und darauf ankommen lassen wollen; schließlich soll ja nichts passieren. Hier frage ich mich aber was denn passieren soll?

Es ist für mich wieder einmal nur der Beweis einer ungeprüften Behauptung. Eigene Erfahrungen wollen erst gar nicht gemacht werden. Hier kommt meine nächste Frage auf. Warum?

Die Szene um die es doch geht, dort wo der Hund zu einem Mordwerkzeug gemacht wird und nie in seinem Leben Liebe und positive Zuwendung erfahren hat. Die Szene in der die kampfstärksten Tiere miteinander verpaart und somit eine Selektion vorgenommen wird. Diese Szene sind doch nicht wir, wir mit unseren Familienhunden! Wir wollen doch keinen Hundekampfchampion in die Pit schicken. Wir trainieren doch nicht unsere Hunde und machen sie mit Schlägen gefügig!

Die Wahrheit ist, dass diese Hunde gebrochen werden und sie dann alles geben, sogar ihr Leben, um ihrem Herren zu gefallen. Hier von angeborener erhöhter Aggressivität zu sprechen ist eine Lüge! Das eigentliche Problem nämlich diese Szene auszurotten schaffen die Behörden nicht. Sie sind unfähig dazu und daher benötigen sie einen Sündenbock.

Ich empfinde großes Unverständnis dafür, dass die gelisteten Hunde böse geboren werden sollen. Es ist für mich ein Zeichen von einseitigem Denken, wenn ich die aggressive und ablehnende Haltung mancher Menschen unseren Familienhunden gegenüber spüre.

Ich möchte hier aber auch ganz deutlich großes Verständnis für die Menschen aussprechen, die schlechte Erfahrungen mit einem Hund, egal welcher Rasse, gemacht haben. Respekt zu haben ist an dieser Stelle natürlich verständlich.

Leider gibt es sehr viele Menschen, die ohne Grundlage verurteilen und eine vorgefertigte Meinung vertreten, die sie in der Presse wahrgenommen haben. Es wird sich zum Einen auf die Richtigkeit der Meldung verlassen und zum Anderen die Meldung ungeprüft zugelassen und für unumstößlich befunden.

 

Wir freuen uns über eure Erfahrungsberichte und Kommentare.
Teilen erwünscht.
Eure Leroy und Melody

Wieso lassen wir uns zum Kampfhundhalter machen?

Leroy – mein Seelenhund

2001 als die Hundeverordnung in NRW ins Leben gerufen wurde und plötzlich bestimmte Rassen gefährlicher sein sollten als andere, habe ich mich in Francis verguckt, einen stoischen Staffordshirer Terrier x Amerikanische Bulldogge-Mischling. Ich habe keine einzige Minute damit verschwendet in ihm ein gefährliches Monster zu sehen. Ich hatte diesen Hund im Tierheim kennen gelernt so unheimlich lieb und sanft. Ich habe nie viel darauf gegeben welche Meinung andere Menschen vertreten und welche Lügen die Medien verbreiten, sondern mir stets mein eigenes Bild gemacht. Ich konnte mir nie vorstellen, dass eine erhöhte Aggressivität einzelner Hunderassen überhaupt vorliegen kann.

Die Gesetzeslage hat mich in keiner Weise beeindruckt. Ich hatte jedoch auch Glück, denn wir haben Eigentum und so war ich nie von einem Vermieter abhängig und die Hundesteuer ist in Bochum noch recht human. Schlimm wird es dann, wenn ein Familienhund aus Geldnot abgegeben werden muss, eben weil der 6-fache Steuersatz erhoben wird oder der Vermieter diesen einen besagten Hund im Haus nicht mehr duldet. Leider ist das keine Seltenheit und häufig ist es ein regelrechter Hürdenlauf an eine Wohnung zu kommen, die nicht in den Slums liegt und in welcher Listenhunde erlaubt sind.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass so mancher Listenhundehalter sich dadurch das eine oder andere Mal als asozial an den Rand der Gesellschaft gedrückt gefühlt hat.

Das Schlimme an der ganzen Entwicklung ist, dass diese Gesetze für die naiven Bürger lediglich eine trügerische Sicherheit vorgaukeln.

Alle Beißvorfälle mit Hunden zeugen meiner Meinung nach von der ÜBERFORDERUNG EINZELNER Hundehalter in unterschiedlichen Situationen. Aber es hat in keiner Weise etwas mit der Hunderasse selbst zu tun. Sicherlich zeigt jede Hunderasse und jedes Individuum an sich bestimmte Charaktereigenschaften. Das liegt aber daran, dass bestimmte Fähigkeiten selektiert wurden im Laufe der Zucht. Ein gutes Beispiel dafür sind u.a. die Jagdhunderassen. Die Einteilung Kampfhunde gibt es so nicht. Einige Rassen sind aufgrund ihres massigen, muskulösen Körperbaus eher dafür gemacht die kleinen Egos mancher Menschen zu vergrößern. Aber die ursprünglichen Kampfhunde in der Szene sind kleine, wendige Hunde, die sich in der Pit (Arena, englisch) bewegen konnten. Sie durften auch keine Aggression gegenüber Menschen zeigen, denn schließlich waren drei Menschen anwesend, nämlich ein Schiedrichter und zwei Sekundanten. Der Sekundant hatte dafür Sorge zu tragen, dass von der Gegenseite alle Regeln beachtet wurden.

Die Tiere müssen Menschen, auch Fremden gegenüber, außerordentlich zuverlässig sein, da sie während des Kampfes immer wieder hochgenommen und angefaßt werden. Besonders kooperativ verhalten sich von Hand aufgezogene Hunde.(1)
Diese Aussage ist selbst sprechend und zeigt wie realitätsnah das Hundegesetz ist, insbesondere wenn es um das angeblich erhöhte Gefahrenpotential bestimmter Rassen gegenüber Menschen geht.

Die heutige illegale Entwicklung findet im Untergrund statt. Diese Hunde bekommen wir jedoch nicht zu sehen und unsere Familienhunde haben damit in keiner Weise etwas zu tun. Viel häufiger finden wir im Tierschutz die Verliererhunde der Szene, diejenigen Hunde, die ungeeignet sind. Ein Beispiel dafür ist Betsy. Ihre Verletzungen lassen darauf schließen, dass sie während solcher Kämpfe resigniert hat und regelrecht zerfetzt wurde. Achtung – schlimme Fotos. Betsy hat mittlerweile ein Zuhause gefunden und obwohl sie diese schlimmen Erfahrungen machen musste, lebt sie in einer Familie als ganz normaler Familienhund.

Dieses Beispiel zeigt, dass auch diese Hunde erst von asozialen Menschen, über einen langen Zeitraum hinweg trainiert / missbraucht werden müssen und dieses Gefahrenpotential nicht generell mitbringen.
Ein Hundegesetz zu verabschieden, welches eine erhöhte Aggressivität einzelner Hunderassen festlegt ist meiner Meinung nach in einem hohen Maße fahrlässig.

Unsere Familienhunde sind keine Kampfhunde und wir keine Kampfhundebesitzer!

Noch einmal zurück zu mir. In den zwölf gemeinsame Jahren gab mir Francis sehr viel Halt. Wir ergänzten uns einfach prima. Ich habe recht wenig negative Erlebnisse gehabt, aber ich habe mir auch stets eine positive Haltung bewahrt. Es gab in unregelmäßigen Abständen die Frage nach dem Maulkorb, aber erfahrungsgemäß ist es gut möglich unerfahrene Menschen aufzuklären. Eine negative, aggressive Reaktion bringt meiner Erfahrung nach gar nichts. Es disqualifiziert mich schlichtweg als Vorbild.
Möchte ich denn genau das widerspiegeln was in mich teilweise hinein projiziert wird, nämlich ein Asozialer der Gesellschaft mit bissiger Töle an der Leine?

Wie ist denn eure Meinung hierzu?
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Wir freuen uns auf eure Kommentare. Annabelle mit Leroy und Melody

Meine Quellen:
(1) Andrea Steinfeldt: „Kampfhunde“ Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“ – Eine Literaturstudie. Dissertation, Hannover 2002, S. 120 und 150

Wieso bist du so voller Vorurteile?

Es ist ein ganz normaler Samstag Vormittag. Ich habe mich mit meinem Hund auf den Weg gemacht, um einen schönen Morgenspaziergang zu erleben.

Hey du da
, tönt es mir da laut entgegen. Ist das ein Pitbull?! Ein wenig kocht es innerlich in mir, denn diese Frage habe ich natürlich schon hundert Mal gehört und an manchen Tagen nervt mich genau diese Fragerei nach der Rasse MEINES Hundes. Es ist mir verdammt nochmal egal WELCHER Rasse mein Hund angehört, denn ich habe ihn anhand meines HERZ-Gefühls ausgesucht.

Hey du da, frage ich daher zurück. Wäre das für dich auch so wichtig, wenn ich einen Beagle an der Leine hätte? Mein damaliger Hund war nämlich einer.

Wir wollen uns aber auch nicht den Tag vermiesen lassen und im Nachhinein bemerke ich, dass diese Frage doch aus positivem Interesse gestellt worden war. Wir gehen also weiter.

Nehmen Sie ihren Hund kurz, tönt es plötzlich aus weiter Entfernung über den Weg. Es sind sicherlich noch fünfzig Meter. Mir kommt eine Frau entgegen mit einem kleinen Hund. Ich bin ein wenig verwirrt.

Sehen Sie, ich habe eine 1,5m lange Leine an seinem Halsband befestigt. Ich führe meinen Hund an der von Ihnen abgewandten Seite, entgegne ich ihr. Ein intensiveres Gespräch zu führen und zu erklären, dass man in einer guten Mensch-Hund-Beziehung den Hund nicht mit purer Körperkraft halten muss, empfinde ich in diesem Moment als sinnlos.

Wir gehen weiter und genießen das sonnige Wetter. Weit und breit ist niemand zu sehen. Sind wohl alle für das Wochenende einkaufen, denke ich mir. Da uns niemand entgegen kommt, leine ich meinen Hund ab. Wir gehen ein ganzes Stück. Plötzlich sehe ich eine Gestalt ins Gebüsch huschen. Ich bin verwirrt. Komischer Vogel, denke ich mir. Wir gehen weiter und ich sehe wie diese Person in gehörigem Abstand zwischen den ganzen Bäumen an uns vorbei geht.

Ich frage mich, ob ich nun ein schlechtes Gefühl bekommen sollte. Aber ist das denn MEIN Problem, WAS mein Hund in DIR auslöst? Du hast beim Anblick meines Hundes schließlich das Weite gesucht.

Gedankenverloren gehen wir weiter. Irgendwie hat das doch wieder etwas mit mir gemacht. Ob wir wohl einen schlechten Eindruck gemacht haben?

Ach, da sehe ich endlich jemand Normales auf uns zukommen mit einem angeleinten Hund. Ich atme durch.

Hallo, das ist Erwin, tönt sie zu uns rüber. Er ist ganz lieb und möchte mit jedem Hund Kontakt haben. Ich komme mal schnell rüber, ruft sie zu uns hinüber.

Ich bin total perplex. Noch ehe ich mich versehen kann, steht Erwin bei uns. Schwanzwedelnd. Total überdreht mit Level 10. Die freudige Stimme der Halterin pusht die Aufregung des Hundes leider noch. Sie bemerkt es nicht.

Bin ich froh, einen Pitbull an der Leine zu haben, der so cool drauf ist, denke ich mir. Glücklicherweise überwiegt meine positive Stimmung heute und ich wirke besänftigend auf dieses überdrehte Mensch-Hund-Gespann. Ich bin zwar etwas genervt von diesem dreisten Verhalten, aber etwas freue ich mich auch, dass sie uns so völlig vorurteilsfrei begegnet ist. Wir verabschieden uns höflich.

Kurz hinter ihr sehe ich nun eine Familie mit Kleinkind kommen. Wir haben heute schon soviel erlebt und noch wirkt auch noch die unterm Strich doch gut ausgegangene Begegnung von eben nach. Ich bin guter Laune.

Hach, bin ich stolz auf meinen Hund, denke ich mir.

Ich habe diesen Satz noch nicht einmal zu Ende gedacht, da sehe ich wie die Mutter ihr Kind auf den Arm nimmt. Ich versuche das Positive in dieser Situation zu sehen.

Das Mädchen ist ja noch sehr klein und mein Hund sehr groß. Da kann ein Kind schon mal Angst bekommen, denke ich mir. Wir gehen bei Fuß an der Familie vorbei.

Noch im Augenwinkel sehe ich was dann geschieht. Die Mutter lässt das Kind vom Arm hinunter und auf Erwin zu rennen.

Beurteilst du immer nach den äußerlichen Werten, möchte ich der Mutter hinterherrufen.

Ich sehe wie Erwin das Kind freudig begrüßt und es dabei anspringt. Die Mutter findet es anscheinend völlig normal. Das Kind fällt um. Erwin steht über dem Kind und schlabbert es wild ab.

Schau mal, er gibt dir Küsschen, höre ich die Mutter die Situation beurteilen.

In mir kocht es gerade vor Wut. Das kann doch alles nicht wahr sein. Ich möchte es am liebsten heraus schreien.

Hey du da, für mich sind alle Hunde gleich und zugleich genau so individuell in ihren Facetten. Aber das hat nichts mit der Hunderasse zu tun. Jeder Hund ist ein Individuum für mich und genau so behandele ich jeden Einzelnen. Da gibt es keine Liste anhand derer ich mich orientiere, ihn erziehe, mehr oder weniger mag.

Hey du da, ich frage dich, wieso projizierst du DEINE Probleme auf MEINEN Hund und MICH?

Wieso bist du so voller VOR-Urteile?

Wir freuen uns über eure Kommentare. Wann bist du denn voller Vorurteile?
Annabelle mit Leroy und Melody

Abschied genommen und dann?


Die meisten von euch haben sicherlich schon Abschied von einem geliebten Menschen oder Tier genommen. Es ist eine verdammt harte Lektion im Leben, auch wenn jeder von uns weiß, das zum Leben auch der Tod hinzugehört. Die Frage, die sich fast jeder von uns dann nach all dem durchlebten Leid dann irgendwann stellt ist die, ob man jemals wieder jemanden so lieben kann wie man es bei dem Verstorbenen erlebt hat. Und egal wie viel man mit Freunden oder Verwandten geredet hat, es kommt oftmals die Frage hoch, ob man sich wieder verlieben darf oder ob es unmoralisch ist, wenn man es wieder tut. Viele von uns wissen nach dem Tod des geliebten Menschen oder Tieres nicht wann der richtige Zeitpunkt ist, um wieder Liebe empfinden zu dürfen.

Ist das nicht schlimm, dass wir uns überhaupt so eine Frage stellen, zumal es doch tatsächlich niemand außer wir selbst entscheiden können?

Jeder von uns ist anders. Wenn ihr mich fragt. Als Francis starb, habe ich es mindestens zwei Wochen strikt abgelehnt, dass der Hund meines Bruders überhaupt in meine Nähe kam. Ich habe ihn sogar weggeschickt und weinte innerlich dabei, weil es mir parallel auch so sehr Leid tat es zu tun. Er ist mit bei uns im Büro und so traf ich ihn täglich jedoch an. Es lag auch sicherlich nicht an Jamie, sondern er erinnerte mich so verdammt stark an alles was ich mit meinem Seelenhund erlebt hatte. Was wir erlebt hatten. Wie glücklich wir waren. Und paff – plötzlich war es verpufft. Ende. Aus. Vorbei.

Opi hat ihn zu sich genommen, damit er nicht so alleine ist dort oben

In meinem ganzen Umkreis konnte es auch kaum jemand fassen. Angefangen von dem Klinikleiter in Recklinghausen, der am Montag fröhlich zur Arbeit kam und dann den toten Francis liegen sah, über unsere langjährige Tierärztin, die mich völlig wortlos und erstarrt ansah als ich bei ihr vorbei ging, um ihr davon zu berichten. Meine Omi wählte eine ganz andere Umgangsform der Trauerbewältigung und meinte nur „Opi hat ihn zu sich genommen, damit er nicht so alleine ist dort oben“. Andere aus meiner Familie sträubten sich lange noch als Leroy schon längst eingezogen war ihn in ihr Herz zu lassen aus Angst diese schlimme Erfahrung irgendwann erneut durchmachen zu müssen.

Es reißt einem das Herz heraus.

Und wie ich es auch drehe und wende. Ich denke wann der richtige Zeitpunkt ist, kann und darf niemand anders außer man selbst entscheiden.

Ich habe eine Bekannte, deren Familie einen Tag nach dem Tod des Familienhundes bereits einen Welpen adoptiert hat. Als ich davon gehört hatte, wurde ich innerlich erst einmal verrückt, denn ist das nicht falsch? Das war noch vor Francis Tod. Aber wo steht denn geschrieben, wie die eigenen Gefühle sein MÜSSEN? Und kann ein neuer Hund nicht auch helfen den großen Verlust zu verarbeiten? Aus welchem Grund sollte der Verstorbene traurig sein? Und woher nehmen wir dieses Wissen? Weil wir es gelernt haben oder es uns so beigebracht wurde? Oder wenn der Menschenpartner stirbt, wieso darf man sich erst nach einer gewissen Zeit neu verlieben? Wo steht das geschrieben? Ist das nicht alles Schicksal?

Wie sind eure Gedanken dazu?
Wir freuen uns eure Gedanken dazu zu lesen.
Annabelle mit Leroy und Melody

Sommer, Hitze, Kollaps, Tod

Es vergeht kein Jahr in dem nicht ein Hund oder auch Kind qualvoll im Auto an den Folgen eines Hitzschlags stirbt. Das darf nicht sein! Ich denke jedoch, dass niemand vorsätzlich seinen Hund oder Kind qualvoll sterben lässt. Oftmals wird die Situation falsch eingeschätzt oder es ist Unwissenheit darüber was genau im Körper geschieht. Oftmals hilft kein Wasser mehr oder lüften, da dann schon längst lebenswichtige Strukturen im Körper zerstört sind!Daher möchte ich euch heute anhand einfach beschriebener Fakten erklären weshalb es so wichtig ist, hilflose Lebewesen nicht auch nur für wenige Minuten im geschlossenen Auto zu lassen.

Das Wichtigste, was jeder wissen muss, ist, dass bei der Erhöhung der Körpertemperatur auf 42°C /+ lebenswichtige Strukturen im Körper zerstört werden und ein Lauf um Leben und Tod beginnt.

Die lebenswichtigen Strukturen, die ich meine, sind unsere Bluteiweiße. Manche von ihnen gehen bereits bei einer Temperatur von 42°C kaputt. Sie können ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, so beispielsweise den lebenswichtigen Sauerstoff zu transportieren.

Was steckt genau dahinter? Ab einer Körpertemperatur von 42°C flocken die Eiweiße aus, d.h. bedingt durch die Hitzeeinwirkung ändert sich ihre räumliche Struktur, so dass sie nur noch einen willkürlichen Klumpen aus funktionsloser Masse bilden. Das könnt ihr euch bildlich ungefähr so vorstellen wie den Vorgang, wenn ihr euch ein Spiegelei bratet. Hier könnt ihr genau beobachten wie sich die Struktur des Eiweißes durch die Hitzeeinwirkung verändert. Diese so entstandenen kleinen Klumpen verstopfen nun kleinste Kapillare (Blutgefäße) und die Stoffwechselvorgänge wie der Transport des Sauerstoffs verlangsamen sich. Die Unterversorgung mit Sauerstoff führt letztendlich dazu, dass immer mehr Körperzellen absterben.

Die Eiweiße im Blut sind bedingt durch die starke Hitzeeinwirkung nur noch ein willkürlicher Klumpen aus funktionsloser Masse.

Im weiteren Verlauf führt der Flüssigkeitsverlust dazu, dass es zu einem Volumenmangel im Körper kommt. Der Flüssigkeitsverlust entsteht durch das Schwitzen und Hecheln und der Tatsache, dass kein Wasser nachgefüllt wird (getrunken) und sich der Innenraum des Wagens immer weiter aufheizt.
Es kommt so auch immer weniger Blut am Herzen an und die Pumpleistung verringert sich. Der Blutdruck wird immer schwächer, so dass dem Körper um sich irgendwie noch zu retten nur noch die Zentralisation hilft. Diese Maßnahme ist der letzte Versuch durch Umverteilung des Blutes ausschließlich die wichtigsten Organe am Leben zu erhalten, bevor dann, tritt immer noch keine notärztliche Hilfe ein, ein Multiorganversagen (alle lebenswichtigen Organe fallen aus) eintritt und der eingeschlossene Hund stirbt.

Als Mensch haben wir noch den kleinen Vorteil, dass wir an unserem gesamten Körper schwitzen können, um so eine Überwärmung noch ein klein wenig länger zu kompensieren. Aber an einem gewissen Punkt, können auch wir diesen Umstand nicht mehr kompensieren. Zwar sind unsere Schweißdrüsen am gesamten Körper verteilt, so dass die Verdunstung über den gesamten Körper erfolgen kann, aber wenn wir kein Wasser bzw. andere notärztliche Hilfe erhalten, sterben auch wir wenige Minuten später.

Hunde haben ihre Schweißdrüsen ausschließlich an Nase und Pfoten. Sie hecheln, um eine Überwärmung des Körpers zu vermeiden (Hitzschlag).

 

Ich hoffe, es ist nun für jeden zu verstehen welche schlimmen Folgen diese Unachtsamkeit mit sich bringt. Bereits wenige Minuten länger, können den Tod von Kind oder Hund bedeuten. Was geschieht, wenn wir beim Bäcker aufgehalten werden, weil uns eine alte Freundin über den Weg läuft oder der Nachbar, den wir treffen, direkt vor uns einen Herzinfarkt erleidet? Oder wir gehen einkaufen und werden Zeuge eines Autounfalls oder gar selbst angefahren? Sehr schnell sind es nur zehn oder zwanzig Minuten länger und derweil hat sich der Innenraum des Autos so aufgeheizt, dass schon längst ein Todeskampf begonnen hat. Ich frage euch: Muss das denn sein?!!!!! Ich antworte euch mit einem klaren NEIN.

Wie immer, freuen wir uns auf eure Kommentare zum Thema.
Annabelle mit Leroy und Melody

Wie Insektizide unser Wohnzimmer kontaminieren

Was verbindet ihr denn mit dem Wort Insektizid? Ist das für euch positiv belegt? Ich assoziiere damit Gift, Lähmung, Tod, Insekten, Felder, Pflanzen und Bienensterben. Positiv belegen kann ich das Wort nicht. Allenfalls fallen mir dann noch die Wollläuse an meiner Klivie ein, die ich vor einiger Zeit mit einem Insektizid bekämpft habe. Mittlerweile mache ich auch das schon anders, verwende Öl und die Läuse ersticken, ansonsten sehe ich das als letztes Mittel der Wahl. Der Gedanke daran, dass ich selbst das Mittel an die Hände bekomme oder aber ich auf andere Art damit in Kontakt gelange, löst in mir Unbehagen aus.

Warum erzähle ich euch heute über Insektizide? Weil wir heutzutage, meiner Meinung nach, viel zu unbeschwert diese Mittel einsetzen und das zusätzlich bei unseren Haustieren. Das Problem dabei ist, dass wir alle mit den Folgen zu kämpfen haben, spätestens wenn die Insekten, u.a. das Nahrungsmittel unserer Vögel und die Bienen, die für die Bestäubung der Pflanzen sorgen, nicht mehr da sind.

Die Pflanzen und Bäume sorgen für unseren lebensnotwendigen Sauerstoff. Dieser Grund sollte allein schon wichtig genug sein, um Insektizide nicht wahllos einzusetzen.

Die Internetseite doccheck definiert das Wort Insektizid wie folgt:
Ein Insektizid ist ein Pestizid, welches speziell gegen schädliche Insekten wirken soll. Ein anderes Wort dafür ist Insektengift. (…) Die Mehrzahl der zur Zeit angewendeten Insektizide hemmen die Acetylcholinesterase der Insekten, was die neuronale Signalweiterleitung behindert und zu einer Überreizung führt.

Vereinfacht heißt das: Der Stoff (das Enzym), der eigentlich eine Reaktion im Körper hervorgerufen hätte, tut das nun nicht mehr (gehemmt) und das hat negative Auswirkungen auf die Steuerungszentrale (das zentrale Nervensystem). Das Insekt stirbt, denn durch die Beeinträchtigung der Steuerungszentrale verliert das Insekt letztendlich die Gewalt über die Motorik und letztendlich aller lebenswichtigen Funktionen.

Ganz egal welcher genaue Mechanismus bei all den unterschiedlichen Stoffen, die auf dem Markt sind, dahinter steckt. Es geht immer darum das Nervensystem der Insekten bzw. Zecken tödlich zu stören. So folgt der Wirkstoff Fluralaner dem Prinzip die Nervenreizleitung an den Zellmembranen zu blockieren. Das geschieht dadurch, dass bestimmte Rezeptoren die Chlorid-Kanäle in den Zellmembranen von Nervenzellen öffnen und letztendlich eine Erregungsweiterleitung verhindert wird. Es kommt zur Lähmung und Tod.

Weshalb reagieren wir hier auf diesen Stoff? Weil nicht nur Insekten oder Zecken diese Rezeptoren haben, sondern auch wir bei uns im ZNS!

Wir reagieren mit Durchfall und Erbrechen, denn der Körper will das Gift schnellstens loswerden

Die Gefährlichkeit eines Insektizides spüren wir dann, wenn wir mit einem Insektizid in Berührung kommen. Natürlich sind wir um einiges größer als ein Insekt, aber auch hier gilt immer: die Menge macht das Gift und es entscheidet auch immer die Konstitution desjenigen, der damit in Berührung kommt. Das bedeutet: Ist er vielleicht bereits chronisch krank oder sein Immunsystem nicht intakt? Oder hat speziell der Hund einen MDR1 Defekt? Dieser kommt bei den Rassen Collie, Border Collie, Sheltie, Australian Shepherd , Schäferhund häufiger vor. Hunde mit diesem Defekt haben eine für bestimmte Substanzen bei weitem durchlässigere Blut-Hirn-Schranke als andere Hunde.

Vereinfacht heißt das: Stoffe, die nicht in das zentrale Nervensystem und somit ins Gehirn gelangen dürfen, weil sie dort Schaden anrichten, können durch die Kapillarwand teilweise hindurch und sind dann im Gehirn! Es ist unklar was sie dort anrichten.

Das zentrale Nervensystem (ZNS) der Säugetiere ist zwar um einiges ausgereifter als das eines Insekts, aber die Nebenwirkungen eines Insektizides können dennoch schnell Durchfall oder Erbrechen sein. Wenn es eingeatmet wird ist über eine Reizung der Atemwege, über Asthma bis hin zur Atemlähmung alles möglich. Eine Störung im ZNS macht sich möglicherweise als Gangstörung, Lähmung, Seh- oder Sprachstörung oder Epilepsie bemerkbar.

Auf Seite 24 dieser Dissertation über ein Mittel zur Entwurmung, welches sich auch die oben beschriebenen Rezeptoren zunutze macht wie Fluralaner, findet ihr den Hinweis, „kaum permeabel (durchlässig)“. Was aber passiert bei Hunden, die einen MDR1 Defekt aufweisen? Sie haben doch eine bei weitem durchlässigere Blut-Hirn-Schranke von Geburt an!

Wir alle gehen viel zu sorglos mit Insektiziden um, denn sogar unsere Haustiere werden damit regelmäßig behandelt!

Insektizide werden sehr vielfältig eingesetzt. Neonikotinoide in den Insektiziden belasten sogar unsere Böden und unser Grundwasser. Sie bleiben über Jahre dort und belasten letztendlich unser Ökosystem enorm. 

Hier findet ihr einen interessanten weiterführenende Artikel zum Thema.

Gericht stoppt Verwendung von Neonicotinoid

Für alle, die es bisher noch nicht wissen:
Zu den Neonikotinoiden gehören beispielsweise Dinotefuran, enthalten in  Vectra 3D (Floh- und Zeckenmittel für Hunde). Es hat als Pestizid in der EU keine Zulassung!

Imidacloprid, auch aus der Gruppe der Neonikotinoide, darf seit 1996 gegen Tierläuse bei Hunden und Katzen verwendet werden.

Weitere Präparate sind:
Advantage
Midaspot
Advantix (Kombipräparat mit Permethrin)
Advocate (Kombinationspräparat mit Moxidectin)
Seresto (Kombinationspräparat mit Flumethrin)

Im Handel gibt es, wie schon erwähnt, einige chemische Mittel, mit denen einem Befall durch Flöhe, Zecken und Milben vorgebeugt werden soll. Bei diesen Präparaten, die Insektizide enthalten, können Nebenwirkungen je nach Konstitution des Hundes nicht ausgeschlossen werden. Hinzu kommt das Problem, dass bei der Mehrzahl der Präparate zunächst unser Hund diese Nervengifte aufnehmen muss (!), damit dann das Ungeziefer nach einem Biss (!) stirbt und vom Hund ablässt.

Den Abwehreffekt gegen Flöhe und Zecken bleibt so manches Mittel schuldig und damit bietet es auch keinen Schutz vor Übertragung von Erregern.

Hier eine Übersicht über die Inhaltsstoffe der gängigen Antiparasitika:
Fluralaner  in Bravecto
Nitenpyram in Capstar
Spinosad in Comfortis
Lotilaner in Credelio
Afoxolaner in Nexgard
Lufenuron in Program
Sarolaner in Simparica

Falls ihr euch Sorgen um eure Gesundheit macht bezüglich einiger Krankheitserreger, die Flöhe und Zecken in einigen Fällen übertragen können, möchte ich auf eine Studie des Mittels Bravecto verweisen. Diese kann leider nicht ausschließen, dass bei Verwendung die Umwelt, also auch unsere Kinder, kontaminiert (verseucht) werden.

Für diejenigen, die sich für die Studie interessieren, sie ist hier zu lesen. Für diejenigen unter euch, die die Links nicht öffnen können, habe ich zwei wesentliche Ergebnisse der Studie zusammengefasst:

„(…) kommt das CVMP zu dem Schluss, dass das SpotOn die häusliche Umgebung leicht kontaminieren kann, ebenso andere Haustiere und Menschen (einschließlich Kinder), ohne dass körperlichen Kontakt stattfindet(…)“

„(…)Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieses Produkt die Umwelt in einer häuslichen Umgebung, einschließlich Menschen indirekt verunreinigen kann. Die genaue Ursache der Kontamination von Kontrolltieren in den TAS-Studien ist nicht klar. Daher sollten die beobachteten Werte in Kontrolltieren berücksichtigt werden, da dies auch für den Menschen gelten kann.(…)”.

Ich möchte abschließend erwähnen, dass ich hiermit niemandem meine Meinung aufdrängen möchte und ich gehe davon aus, dass jeder von euch mündig genug ist um sich sein eigenes Urteil zu bilden. Ich gehe auch ganz stark davon aus, dass ihr alle nur das Beste für eure Lieben möchtet. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es oftmals leider an Aufklärung fehlt und ich hoffe, dass mit diesem Artikel auch diejenigen unter euch, die vielleicht mit den ganzen Fachbegriffen und Zusammenhängen verständlicherweise absolut überfordert sind, einen kleinen Einblick erhalten um selbst eine Entscheidung für oder gegen Antiparasitika zu treffen bzw. sie mit Bedacht ein zu setzen.

Ein Wort zum Schluss: Ist ein Hund häufig von Parasiten befallen, sollte die Ursache gefunden werden. Ein extremer Befall ist nicht natürlich und es sollte unbedingt nachgeforscht werden woran es liegt.

Ich hoffe, ihr konntet einige Informationen für euch mitnehmen und euren Gehirnknoten wieder lösen 😉

Natürlich interessiert uns eure Meinung! Wir freuen uns daher auf euren Kommentar.
Annabelle mit Leroy und Melody

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Meine genutzten Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/GABA-Rezeptor
artgerecht-tier.de
hausgarten.net
http://www.ema.europa.eu
doccheck.de
http://www.pharmawiki.ch/wiki/
geo.de
houndsandpeople.com

[miDoggy Blogparade] Hund und Job

Wir nehmen teil an der Blogparade von miDoggy

 

Hund und Job? Und ob! Glücklicherweise kann ich als Selbstständige den Vorteil genießen Leroy und Melody mit ins Büro nehmen zu können. Es ist eine unheimliche Bereicherung für uns alle und die Hunde sind kaum noch weg zu denken. Ein Leben ohne Hund oder ein Job ohne meine Hunde? Heute für mich undenkbar.

Job ohne Hund? Es gab eine Zeit kurz nach meinem Abitur, da hatte ich noch vor eine medizinische Karriere einzuschlagen. Aber es war mir nicht möglich sofort einen Platz bei uns an der Universität zu bekommen und auch die Alternative Graphik Design konnte ich nicht sofort realisieren, so dass ich zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau machte in unserer Firma. Im Nachhinein bin ich unheimlich froh darüber, dass es so gelaufen ist, denn als Ärztin in der Kinderherzchirurgie wäre es mir nicht möglich gewesen die Hunde mitzunehmen. Vermutlich wäre es generell schwierig gewesen mir überhaupt den Traum vom eigenen Hund zu ermöglichen und in meinem Leben würde mir da ganz schön etwas fehlen. Bereits als 9jährige hatte ich meinen ersten Hund. Charly, einen Beagle aus dem Tierheim.

Dadurch bedingt, dass der Wissenshunger in die Anatomie des menschlichen Körpers und der Wunsch andere zu heilen blieb, entschied ich mich dann zu einer Ausbildung zum Heilpraktiker. Etwas später entschied ich mich das Handwerk der klassischen miasmatischen Homöopathie auch noch nebenberuflich zu erlernen. Ohne diesen anfänglichen Umweg und die Steine, die mir durch den NC an der Uni in den Weg gelegt wurden, wäre ich vermutlich nie diesen Weg gegangen. Heute bin ich froh darüber.

Heute genieße ich es gleich am Morgen mit Leroy und Melody spazieren zu gehen bevor es arbeiten geht. So ein Spaziergang macht mich ruhig und erdet mich enorm. Aus gesundheitlicher Sicht betrachtet sind regelmäßige Spaziergänge sehr wertvoll und was gibt es Schöneres als zwei Freunde dabei zu haben und vor der Arbeit nochmal ordentlich Sauerstoff zu tanken?
Ruhemodus Kommen wir dann wieder am Büro an, sind wir alle glücklich und besonders die Hunde zufrieden. Sie bekommen noch ihr Frühstück und schlafen dann. Dazu schließe ich dann auch meine Bürotür, denn so fällt es mir am einfachsten beide in einen Ruhemodus zu bekommen. Besonders bei Leroy fällt dann sehr viel Anspannung ab und das ist mir sehr wichtig. Meiner Meinung nach ist es für einen Hund, der den ganzen Arbeitstag unter Starkstrom steht, andauernd durchs Büro rennt, und dazu auch noch gepusht wird wie beispielsweise durch zusätzliche Spieleinheiten, nicht von Vorteil für seine Gesundheit sowie innere Ausgeglichenheit. Ein Hund benötigt weitaus mehr Schlaf als der Mensch.

Schlaf ist für Hunde genau so wichtig wie Bewegung, Zuneigung und Auslastung.

Ausgleich Für mich als Mensch ist auch erst ein ruhiger Hund Ausgleich zum teilweise stressigen Büroalltag. Ein vom Spaziergang ruhiger und gesättigter Hund, der zufrieden in meinem Büro schläft, lässt mich konzentriert arbeiten, wie Liefertermine koordinieren und diverse Herausforderungen bei Projekten lösen. Wenn der Hund dann hin und wieder aufwacht, sich streicheln lässt und dann wieder schnarchend im Korb liegt, macht mich das glücklich. Melody stützt sich mindestens ein Mal am Tag auf meinen Bürostuhl auf, um mir eine kleine Liebkosung ans Ohr zu geben. Nach ein paar Streicheleinheiten legt sie sich dann wieder hin.

Burnout-Prävention Es gibt mittlerweile sogar Studien, die belegen, dass gerade Hunde im Job unheimlich wertvolle Mitarbeiter sind, gerade im Bezug auf die Burnout Prävention. DOG-IN statt BURN-OUT ist vom Bundesverband Bürohund e.V. das Motto und hier findet ihr eine ganz interessante Studienarbeit dazu. Das Leben ist schon stressig genug und gerade die meisten Jobs bieten unheimliches Potential dazu sich von diesem Strom in den Burnout mitreißen zu lassen. Ich habe selbst schon vor Jahren Phasen gehabt in denen ich Monate lang Freunde für meinen Job vernachlässigt habe und nur noch selten meinen Hobbys nachgegangen bin. Das Ende vom Lied war, dass ich so ausgelaugt war, dass ich nur noch schlafen konnte und bei jeder Kleinigkeit geheult habe. Ist es das wert? Nein. Ich habe die Reißleine gezogen!

In so eine Spirale möchte ich einfach nicht mehr kommen. Es ist es nicht wert.

Ich habe auch immer meine Regenkleidung mit im Auto und wir gehen bei Wind und Wetter spazieren. An den meisten Tagen endet bei uns ein Bürotag auch mit einem ausgiebigen Spaziergang im Grünen. Wir gehen im Wald spazieren, im Sommer wahlweise auch an den See zum (Hunde)schwimmen. Oft genieße ich es mit den beiden einfach nur am frühen Abend am See zu sitzen oder bei uns die Halde erklommen zu haben und in Ruhe den Sonnenuntergang genießen zu können.

Wie sind denn eure Erfahrungen?
Dürft ihr euren Hund mit zur Arbeit nehmen? Oder habt ihr keinen Hund, weil er mit eurem Job nicht vereinbar ist?

Wir freuen uns auf eure Kommentare.
Annabelle mit Leroy und Melody